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Fakultät für Biologie, Chemie und Geowissenschaften

Geographisches Institut

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Forschung

Das Forschungsprofil des Geographischen Instituts ist entsprechend der breiten Ausstattung mit Professuren sehr vielfältig.

Die Forschungen der verschiedenen Arbeitsgruppen am Geographischen Institut verbinden sich in ihrem geteilten Anspruch raumbezogene Prozesse in sozial-/kulturwissenschaftlicher, naturwissenschaftlicher und didaktischer Perspektive zu erforschen, um dabei immer auch von einem Verantwortungs- und Reflexionsbewusstsein des eigenen Tuns getragen und geleitet zu sein. Unser erarbeitetes Metakonzept „Gestaltung – Raum – Verantwortung“ geht dabei in fünf Dimensionen geographischen Arbeitens auf.

Interkulturalität & MigrationEinklappen

Migrationsprozesse

untersucht die AG Politische Geographie aus sozialgeographischer (Netzwerke, Migrationssysteme) und politisch-geographischer Perspektive (Flucht, Konflikte, unfreiwillige Immobilität). Unlängst ist hierzu ein BMBF-Projekt „Klimawandel, Umweltveränderungen und Migration: sozial-ökologische Bedingungen von Bevölkerungsbewegungen am Beispiel der Sahelländer Mali und Senegal“ in Zusammenarbeit mit der AG Klimatologie abgeschlossen worden.

Interkulturalität & Migration

fokussiert die AG Geographische Entwicklungsforschung sowohl im afrikanischen Kontext anhand urbaner Mobilität und Wohnraumfinanzierung in informellen Siedlungen in Tansania als auch in Deutschland mittels regelmäßiger Studienprojekte (Lehrforschung). Gerade als angewandte Forschung im Entwicklungskontext wird ein verantwortungsbewusster Umgang zwischen Mensch, Gesellschaft und Umwelt betont.

AG Wirtschaftsgeographie

Sie beschäftigt sich mit Migration, Rückwanderung und Regionalentwicklung zumeist im regionalen Kontext des Grenzraumes Oberfranken und Thüringen.

Die historische Geographie

der deutschen Flüchtlinge sowie "expellees" aus Osteuropa nach dem 2. Weltkrieg greift eine neue Forschungsperspektive der AG Kulturgeographie auf. Ein weiteres Projekt untersucht die Migrationserfahrungen lateinamerikanischer Trans*-Personen in Europa. Auch Themen der Interkulturalität – „travelling ideas“ und transkulturelle wissenschaftliche Diskurse - werden sowohl praktisch (Übersetzungen) als auch theoretisch in den Blick genommen.

Möglichkeiten und Grenzen

des Verstehens fremdkultureller Kontexte in Lateinamerika und Afrika in einer metatheoretischen Perspektive praktischer interkultureller Hermeneutik sind Forschungsgegenstand der AG Sozialgeographie. Zentral ist hierbei, die fremdkulturellen Lebenswelten in ihrer kontextuellen Situiertheit und Sinnlogik rekonstruktiv zu verstehen und zu interpretieren: Ein grundlegender Verstehensakt jeglicher geographischer Entwicklungsforschung im Globalen Süden, der intensiver Reflexionsarbeit  bedarf.

Transformation & Entwicklung
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Angewandten Fragen zu Entwicklungsproblemen

in Afrika südlich der Sahara und den damit verbundenen Auswirkungen auch auf Europa sind ein Beschäftigungsfeld der AG Geographische Entwicklungsforschung. Die thematischen Schwerpunkte liegen in der angewandten Stadt- und Urbanisierungsforschung – hier insbesondere in der Untersuchung der Wohnraumfrage sowie Wohnumfeldforschung – und in den Bereichen der Land-Stadt-Migration, Fragen der Governance von Städten und Regionen, sowie in der ländlichen Regionalentwicklung insbesondere unter dem Einfluss der Globalisierung. Aktuelle Forschungsprojekte beschäftigen sich mit Landnutzungsänderungen, Konflikten durch Flächenkonkurrenz und „land grabbing“ in Ostafrika sowie sich verändernden, lokalen Essenskulturgewohnheiten unter dem Einfluss der Globalisierung in Äthiopien und „Local Economic Development Strategies“ in Ghana. Ernährungsversorgung und Lebenssicherung z.B. durch Mikrokredite und Strategien im Verwundbarkeitskontext  sowie neueste Forschungen zu Perzeption und Governance von Abfall wirken sich auf Mensch-Umwelt-Interaktion sowie die räumliche Ordnung in Großstädten ebenso wie in Mittelstädten (mid-sized cities) aus.

Auf der Untersuchung von Entwicklungsproblemen und -potenzialen

für die Transformation zur Nachhaltigkeit in Städten und Regionen liegt der Schwerpunkt der AG Stadt- und Regionalentwicklung. Dabei werden tiefgreifende gesellschaftliche Herausforderungen wie der demografische Wandel, der Strukturwandel zu einer Dienstleistungs- und Wissensökonomie oder die Energiewende zum Ausgangspunkt der Untersuchungen gemacht. Ziel der Forschung ist es zu analysieren, was nachhaltigkeitsorientierte Transformationsprozesse ermöglicht und hemmt, wie sie gestaltet und wissenschaftlich begleitet werden können. Die Umsetzung von konkreten Projekten wird durch wissenschaftliche Begleitforschung evaluiert. Aktuelle Forschungsprojekte beschäftigen sich zum Beispiel mit der Bedeutung akademischer Weiterbildung für die Regionalentwicklung, der Rolle von Hochschulen als regionalen Akteuren, institutionellen Anpassungsstrategien an den demographischen Wandel, der Evaluation von Maßnahmen zum Schutz der Biodiversität, der raumplanerisch bedeutsamen Frage nach der Gleichwertigkeit von Lebensverhältnissen oder kommunalen und interkommunalen Strategien zur Steigerung der Resilienz ländlicher Räume.

Der demographische Wandel

ist der Forschungsschwerpunkt der AG Wirtschaftsgeographie. Hierunter fallen Wirtschaftsentwicklung in Stagnations- und Schrumpfungsregionen, Anpassungsstrategien regional verankerter Unternehmen an den demographischen Wandel, neue Formen der Nutzer-Produzenten-Beziehungen und ‚rural enterpreneurship‘. Weitere Schwerpunkte sind industrielle Restrukturierungen auf regionaler und globaler Ebene, Institutionen und ihre Rolle für die Unternehmensentwicklung sowie europäische Grenzraumforschung. Darüber hinaus gilt das Interesse neuen Wohnformen im Kontext der Stadtentwicklung und der Regionalentwicklung mit Schwerpunkt Nordeuropa (Skandinavien) und Mittelosteuropa.

Gesellschafts- und sozialtheoretische Zugänge

zum städtischen und ländlichen Raum im Bereich der Governance-Forschung stehen im Zentrum der Forschungsaktivität der AG Sozialgeographie stehen. Derzeit wird das  europäische Projekt SELFCITY zu Selbstorganisationsprozessen im Kontext des Klimawandels am Lehrstuhl koordiniert. Ziel der transnationalen Kooperation mit Großbritannien und den Niederlanden ist die Erforschung von Kollektivierungsprozessen in urbanen und ruralen Räumen zur nachhaltigen Veränderung konsumeristischer Lebensformen hin zu „low-carbon communities“ in Europa.

Natürliche Prozesse & Gesellschaft-Umwelt-Interaktion
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Die Entstehung der Oberflächenformen

der Erde ist der Forschungsschwerpunkt der AG Geomorphologie. Diese wird anhand reliktischer Formen, Ablagerungen und Erkenntnissen der modernen Geologie und ihrer Nachbarwissenschaften rekonstruiert. Die zeitliche Dimension des Umweltwandels sowie seine Qualität stehen hierbei im Vordergrund. Im Quartär (Eiszeitalter) als jüngster Periode der Erdgeschichte tritt der Mensch auf die Bühne und beeinflusst vor allem in der Nacheiszeit zunehmend seine Umwelt, die aber selbst auch starken natürlichen Veränderungen ausgesetzt ist. Die geoarchäologische Rekonstruktion früher Umwelten des Menschen und die Wechselwirkungen mit menschlichen Kulturen von der Altsteinzeit bis zur Gegenwart ist ein Schwerpunkt der Geomorphologie in Bayreuth. Besonderes Gewicht wird auf den Einsatz neuartiger physikalischer Methoden der Altersbestimmung wie Lumineszenz- und Magnetische Datierung, aber auch auf hoch auflösende Fernerkundungsmethoden gelegt. Regional stehen Geoarchive in Europa sowie junger Vulkanismus in Mitteleuropa im Vordergrund.

Übersetzungsprozesse politisch-technologischer Regulationsansätze

im Globalen Süden liegen im Fokus der AG Politische Geographie. Wie reisen Wissenskomplexe um politisch-technologische Regulation in der Beziehung zwischen Entscheidungsträgern aus unterschiedlichen Kontexten, wie werden sie übersetzt und wie materialisieren sich diese Übersetzungen? Theoretische Überlegungen zum Verhältnis von relationalen und territorialen Geographien sind hier auch von Belang. Darüber hinaus entsteht ein neues Forschungsfeld: Energiekomplexe im Globalen Süden.

Klimaökologie

die die Schnittstelle zwischen Atmosphäre und (anthropogen beeinflussten) Ökosystemen auf der Landschaftsskala beleuchtet, steht im Mittelpunkt des Interesses der AG Klimatologie. Durch den kombinierten Einsatz von boden- und satellitengestützter Fernerkundung, in-situ Messungen und nummerischer Modellierung stellen die Arbeiten ein Bindeglied zwischen den Anwendungen der globalen Klimaforschung und den Ansätzen in der funktionellen Biodiversitäts- und ökosystemaren Forschung dar. Von zentraler Bedeutung der Forschungen, die vor allem im subsaharischen Afrika und in Zentralasien verortet sind, ist der anthropogene Einfluss auf Umweltveränderungen. Dabei im Fokus stehen Ressourcennutzung, etwa durch Beweidung und Holzextraktion, aber auch das Management von Ökosystemen durch die Bevölkerung.

Die Untersuchung der Heterogenität natürlicher Gesteinskörper

und deren Auswirkungen sowohl auf natürliche Prozesse (z.B. Grundwasserströmung) als auch auf die Stabilität historischer Bauwerke sind ein Forschungsschwerpunkt der AG Geologie. Heterogenität in Gesteinskörpern kann sowohl durch Prozesse bei der Entstehung (Sedimentfazies, hydrodynamische Bedingungen, Sedimentangebot etc.) als auch durch postdepositionale Prozesse (Tektonik, Diagenese etc.) verursacht werden. In beiden Fällen führt dies zu Veränderungen der lateralen Kontinuität des Gesteins und damit zu einer heterogenen Verteilung gesteinsphysikalischer Eigenschaften wie beispielsweise der hydraulischen Durchlässigkeit oder Gesteinskompressibilität. Es werden Methoden der oberflächennahen Geophysik eingesetzt, mit denen die gesuchte Information über den heterogenen Aufbau des Gesteinskörpers indirekt ermittelt werden (Geo-Radar, tomographische Geoelektrik, Eigenpotential-Messungen, Refraktionsseismik, Sonar und Magnetometrie).

Räumliche Muster

in der Verbreitung von Arten, Lebensgemeinschaften und Ökosystemen liegen im Fokud des Interesses der AG Biogeographie. Diese werden in Bezug zu gesellschaftlichen Problemen und Herausforderungen gebracht, beispielsweise in den Feldern: Gesundheitswesen, Naturschutz, Forstwirtschaft, Landwirtschaft. Ein großer Teil der Forschung in der Bayreuther Biogeographie konzentriert sich auf die ökologischen Auswirkungen des Klimawandels. Diese werden sowohl mit Methoden der Feldforschung, mit Experimenten, mit Modellen und durch die Auswertung großer Datensätze untersucht.

Räumliche Ordnung & Territorialität
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Grenzen, Territorium & Territorialität

sind ein wichtiger Forschungsschwerpunkt der AG Politische Geographie, denn Territorien sind nicht einfach da, nicht gegeben, sondern müssen hergestellt und aufrechterhalten werden: Es ist „Territorialisierungs-Arbeit“, die sich mittels sozialer und technischer Praktiken sowie der Etablierung von Diskursen vollzieht; Territorien sind somit auch Effekte und Herstellungsleistungen staatlicher Praxis.

Politik der Grenzziehungen und "borderwork"

daran richtet die AG Kulturgeographie ihre Forschungsperspektive aus, egal ob dies im Kontext der Gouvernmentalität europäischer Grenzen im Zusammenhang mit Transgender-Identität oder kultureller Transformationen und Kooperationen an den Grenzregionen zwischen Deutschland, Polen, der Ukraine und Tschechien geschieht. Zugleich entwickelt die Arbeitsgruppe ein Interesse an räumlichen Machverhältnissen in drei neuen Perspektiven: Erstens in einer Untersuchung der Performanz räumlicher Ordnungen als eine politische Ökonomie der Aufmerksamkeit sowie in einer Studie über Washington DC als entrechtete territoriale Ausnahme. Das Thema Identität und Macht kommt zweitens auch in historisch-geographischer Fokussierung zum Verhältnis zwischen Geschlechterrollen, öffentlichem Raum und Münzautomaten im 20. Jahrhundert zum Tragen. Und drittens geht es um die Herausbildung nicht-liberaler Machtformen im postkolonialen Brasilien.

Lehr-/Lernforschung
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Grundlagen geographischen Lehrens und Lernes

und die Entwicklung von Konzepten fachbezogenen Lehrens und Lernens in den Bereichen „Räumliche Orientierung“ „Interkulturelles Lernen“ und „Schülervorstellungen“, das sind die Forschungsschwerpunkte der AG Geographiedidaktik. Verschiedene Forschungsprojekte werden dabei mit Eyetracking-Verfahren untersucht.

Geo-E-Log

ist ein Lehrprojekt, das die AG Sozialgeographie unlängst entwickelt und ins Leben gerufen hat. Es handelt sich hier um ein virtuelles Logbuch das zur Vorbereitung, Durchführung und Nachbereitung von studentischen Exkursionen konzipiert wurde und verschiedene multimediale Visualisierungen umfasst.


Verantwortlich für die Redaktion: Jasmin Samimi

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